Nov 10 2008
Prof. Dr. Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger, @ Boston University
Willkommen zurück! // Welcome back!
Am letzten Wochenende war ich beim Vision Summit zum Thema “Social Entrepreneurship” in Berlin. Mohammad Yunus war am zweiten Tag da und hat u.a. eine Rede gehalten, die mich zu diesem Beitrag annimiert hat. Mohammad Yunus hat mich sehr beeindruckt. Daher möchte ich meinen treuen Lesern heute mehrere kurze Videos von einer Vorlesung an der Boston University aus dem Jahr 2007 näher bringen.
Mohammad Yunus berichtet im ersten der sechs Videos von den Bedingungen die er in Bangadesh vorfand, die letztendlich zur Gründung der Grameen Bank geführt haben.
Im zweiten Video berichtet Prof. Yunus wie nach seiner Entdeckung des Kreditproblems und seinem ersten Lösungsansatz, sich langsam die Idee der Kreditvergabe an Arme ergeben hat. Er schildert die weiteren Schritte, wie er mit der Bank über Monate verhandelt und nach dem “Proof Of Concept” beginnt über eine Bank für die Zielgruppe der “Non Bankable” nachzudenken.
Bis zur Gründung der Grameen Bank vergingen dann zwei lange Jahre. Neben den Mircokrediten wurden und werden die Kreditnehmer ermutigt ihre Kinder zu Schule zu schicken um so dem Teufelskreis von Analphabetismus und Armut zu entrinnen. Die Kinder erhalten bei guten schulischen Leistungen kleine Stipendien von der Bank. Nicht nur, dass die Kinder der Kreditnehmer eine Schulbildung erhalten, sondern eine nicht unerhebliche Anzahl dieser Kinder nun Hochschulen besucht. Um dies zu finanzieren bietet die Grameen Bank Studienkredite an und hat sich so ein weiteres Geschäftsfeld geschaffen, indem Sie vormals völlig bildungsfernen Familien eine dauerhafte Perspektive für die nächste Generation liefert. Interessant ist auch der Fakt, dass die Kreditnehmer i.d.R. fünf Jahre nach der Aufnahme des ersten Kredits das Niveau größter Armut hinter sich gelassen haben. Prof. Yunus sagt in seiner Rede an der Boston University den schönen Satz “Everybody is an entrepreneur.”. In Deutschland ist Prof. Dr. Günter Faltin ebenfalls Vertreter dieser Philosophie. In seinem neuen Buch “Kopf schlägt Kapital” sagt er, frei nach Joseph Beuys, “Jeder ist ein Unternehmer.”.
Im nächsten Video unterstreicht Muhammad Yunus, dass nicht die Vergabe von Krediten mit Kleinstsummen das Mikrokreditgeschäft ausmachen. Es ist vielmehr die Art und Weise wie man Geschäfte macht und wie man mit seinen Partnern umgeht. Er hebt hervor, dass Social Businesses nicht dem Prinzip der Gewinnmaximierung folgen, sondern Aspekten wie Nachhaltigkeit, sozialer Verträglichkeit und Ähnlichem folgen.
Der Bereich Social Business wird von Prof. Yunus als eine der möglichen Lösungsstrategien für die Besiegung der Armut oder anderer sozialen Mißstände gesehen. Er plädiert für eine neue Art von Börse, an der Social Companies notiert werden können. Muhammad Yunus berichtet außerdem über die weltweit große Nachfrage nach dem, in den Grameen-Unternehmen gebildeten Know-Hows. Das Interesse kommt nicht nur, wie man meinen könnte, aus den Entwicklungsländern, sondern auch aus Staaten wie Kroatien oder den USA.
Prof. Yunus sieht in der Anleitung zur Selbsthilfe die Möglichkeit mit Hilfe von Social Entrepreneurship und Social Business die weltweite Armut zu überwinden. Der Friendensnobelpreisträger des Jahres 2006 träumt davon, dass in Zukunft Kinder in “Armuts-Museen” erfahren müssen was Armut bedeutet hat, da keine Armut mehr vorhanden ist.

















